Gemeindezentrum Sierndorf
Entwurf und Kostenschätzung für ein neues Ortszentrum am ehemaligen Bauhof — Gemeindeamt, Bank, Arzt, Bibliothek, Nahversorgung und Wohnen um einen Dorfplatz.
Eine Gemeinde, die ihr Zentrum neu denkt, braucht zuerst eine Entscheidungsgrundlage — nicht ein fertiges Gebäude.
Die Marktgemeinde Sierndorf hat für das Areal des ehemaligen Bauhofs Vorschläge eingeladen. Unser Beitrag ordnet sieben Nutzungen um einen gemeinsamen Dorfplatz: Gemeindeamt, Bank, Arzt und Bibliothek, Café und Handel, einen Lebensmittelmarkt als Frequenzbringer — und darüber sechzehn Wohnungen. Dazu Flächen, Stellplätze, Erschließung und eine Kostenschätzung, im Auftrag der Gemeinde.
Das ist die erste Phase unserer Arbeit, für sich beauftragt: Machbarkeit, Baukörper und Kostenrahmen, bevor jemand einen Ausführungsplan zeichnet. Über die Umsetzung entscheidet die Gemeinde.
Aufgabe verstanden
Ein Ortszentrum ist kein Bauprogramm, sondern eine Frage: Was bringt die Menschen täglich hierher? Die Antwort war der Lebensmittelmarkt — er sichert die Frequenz, von der Café, Handel und Gemeindeamt leben.
Entwurf um den Platz
Statt eines großen Hauses vier Baukörper, die einen Platz bilden. Öffentliche Nutzungen unten, Wohnen und Arzt darüber — kurze Wege, belebte Erdgeschoße, 36 Prozent bebaute Fläche.
Erschließung gelöst
Anlieferung und Tiefgaragenzufahrt getrennt vom Platz, 149 Stellplätze überwiegend unterirdisch — damit oben Raum für Menschen bleibt, nicht für Autos.
Kosten geschätzt
Flächen, Stellplätze und Baukörper wurden so weit durchgerechnet, dass die Gemeinde entscheiden kann — mit einem Kostenrahmen, der hält, statt einer Zahl, die gefällt.
Ein Zentrum, nicht sieben Gebäude
Gemeindeamt, Bank, Arzt, Bibliothek, Café, Handel und Nahversorgung hätten sieben Adressen werden können. Im Entwurf teilen sie sich einen Platz und zwei Tiefgaragen.
Das spart Fläche und Wege — und es macht aus einem Bauprojekt einen Ort, an dem man sich trifft, ohne sich zu verabreden.
Grün gerechnet, nicht nur gezeichnet
Begrünte Dächer mit Photovoltaik, versickerungsfähige Beläge, Regenwasser, das im Dorfgarten bleibt: Der Freiraum ist Teil der Technik, nicht Dekoration.
Für eine Gemeinde heißt das geringere Betriebskosten und ein Platz, der auch im Sommer benutzbar ist.